Roadtrip in Richtung Kimberley

Wir nähern uns langsam aber sicher unserem vorläufigem Ziel, der Stadt Broome im Norden von Western Australia. Nach wie vor liegen etwas mehr als 1000 km vor uns. Vom Karijini National Park aus machen wir uns auf den Weg an die Küste, nach Port Hedland. In Port Hedland wird das in Western Australia abgebaute Eisenerz auf Frachtschiffe verladen, und von dort werden auch die Minen mit Material versorgt. Auf dem Highway in Richtung Port Hedland ist dementsprechend auch mehr los als wir uns das gewohnt sind. Die für Australien typischen Road Trains, Lastwagenzüge mit bis zu 4 Anhänger, sind sehr häufig zu sehen. Auch Schwertransporte sind an der Tagesordnung, beispielsweise die in den Minen verwendeten Kipper werden auch auf diesem Weg in die Minen gebracht. Wara, unser Guide und Chauffeur, koordinierte häufig per Funk Überholmanöver mit den Fahrer der Road Trains, und auch die Schwertransporte werden über Funk angekündigt und koordiniert.

Roadtrains sind häufig zu sehen
Roadtrains sind häufig zu sehen
Schweres Geschütz für die Eisenerz Industrie

In Port Hedland haben wir halt gemacht um uns zu verpflegen, wie üblich an einem Ort mit Pick-nick Tisch und Barbecue. Abgesehen vom Hafen gibt es nicht viel zu sehen in Port Hedland, wie der Name schon sagt ist es primär ein Hafen. Während dem Essen konnten wir dann auch gleich ein grosses Frachtschiff beobachten, das in den Hafen eingelaufen ist.

Frachter in Port Hedland
Der Hafen in Port Hedland

Am Nachmittag ging es im selben Stil weiter, fahrt im Bus. Ziel des Tages war eine Cattle Station, eine Rinder Farm wo als Nebenverdienst auch einfache Unterkünfte angeboten werden. Dies macht durchaus Sinn, die Highways führen oft durch das Gebiet von diesen flächenmässig riesigen Farmen, und die Lastwagenfahrer oder sonstige Reisende brauchen einen Ort zum übernachten. Zudem ist ausgiebig Platz zum abstellen der Fahrzeuge vorhanden. So haben wir es uns dort gemütlich gemacht, zusammen mit einer anderen Gruppe welche in der Gegenrichtung unterwegs war.

Früh war Tagwacht am nächsten Morgen. Um 04:00 Uhr ging es los, aus 2 Gründen: Wir wollten den Sonnenaufgang am 80-mile Beach geniessen, und wir wollten vor Mittag Broome erreichen damit wir auf eine geführte Halbtagestour in Broome gehen können. Kurz vor Sonnenaufgang erreichten wir dann 80-mile Beach. Ich war einmal mehr überwältigt. Strand soweit das Auge reicht. Es war gerade Ebbe, und so konnte man weit ins Meer spazieren. Muscheln und viele andere Dinge haben den endlosen Sandstrand verziert. Zusammen mit dem Sonnenaufgang ein echt spezielles Erlebnis. Wara konnte unseren Truck direkt am Strand abstellen, und so konnten wir ein Frühstück direkt am Strand geniessen.

Sonnenaufgang am 80 Mile Beach
Sonnenaufgang am 80 Mile Beach
Sonnenaufgang am 80 Mile Beach
Muster am 80 Mile Beach
Interessante Objekte vom Strand
Frühstück am Strand

Nach dem Frühstück haben wir dann die letzte Etappe unter die Räder genommen. Gemäss den Berichten von Wara ist es scheinbar nicht selbstverständlich, dass wir diesen Strecke ohne Probleme zurücklegen können. Der tief liegende Highway wird bei heftigen Stürmen regelmässig geflutet, so dass die Stadt Broome von der Aussenwelt abgeschnitten ist. Ganze Touren hatten in der Vergangenheit keine andere Wahl als umzukehren, zurück nach Perth. Auf unserer Tour gab es aber keine Probleme. So sind wir am Mittag in Broome eingetroffen, pünktlich zum Start der Tour.

Broome hat eine interessante Geschichte, welche sich hauptsächlich um die Perlindustrie dreht. Die extremen Gezeitenschwankungen machen die Küste vor Broome ideal für Perl Austern. In früheren Zeiten wurden die Austern primär für die Perlmutt gezüchtet, welche dann beispielsweise für Knöpfe verwendet wurden. Dieser Bereich wurde aber vom heute (zu) häufig verwendetem Plastik abgelöst. Interessant ist auch der Fakt, für diese Industrie viele Asiaten nach Broome geholt wurden, scheinbar weil diese Leute besser Tauchen können als Westler. Vielleicht auch einfach weil es billige Arbeitskräfte waren. So gibt es in Broome auch ein kleines China Town.

Die Perlindustrie ist nicht ganz verschwunden aus Broome, mittlerweile ist aber Tourismus der hauptsächliche Wirtschaftsmotor in Broome. Broome hat ca. 15’000 permanente Einwohner, während der Hochsaison in Juli und August steigt die Einwohnerzahl jedoch auf ca. 45’000. Viele Pensionäre fahren während den kalten Wintermonaten im Süden mit dem Camper hoch in den Norden in die Kimberley, wo angenehme Temperaturen herrschen in diesen Monaten. Diese Leute werden dort liebevoll „Grey Nomads“ genannt.

So haben wir dann eine Tour durch Broome gemacht, mit Stopps bei einer Perl Firma, in China Town, bei einem Outdoor Kino, und in der Matso’s Bierbrauerei wo es erstaunlich gutes Mangobier gibt. Weitere Stopps haben wir beim berühmten Cable Beach und beim Gantheaume Point wo ein Leuchtturm steht eingelegt. Dort haben wir dann bei einem Snack den Sonnenuntergang genossen.

Outdoor Kino in Broome
Die „Unterklassigen“ mussten scheinbar draussen sitzen
Chinatown in Broome
Asiatische Influenz ist auch auf dem Friedhof zu sehen
Cable Beach
Gantheaume Point
Gantheaume Point
Sonnenuntergang beim Gantheaume Point
Nach dem Sonnenuntergang beim Gantheaume Point

So ging dieser Teil der Tour zu Ende. 3 von unserer Gruppe, auch ich, haben sich dann einer neuen Gruppe mit einem neuen Guide angeschlossen, um die faszinierende Kimberley Region weiter zu erkunden.

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