Etwa 75 km westlich von La Paz, ganz in der Nähe des Titicacasees, liegt die Ruinenstätte Tiwanaku. Diese Stätte, welche zum UNESCO Welterbe gehört, ist ein bedeutender Ort einer Prä-Inka Kultur, welche rund um den Titicacasee zuhause war. Die Anlage ist sicher nicht vom selben Kaliber wie Machu Picchu, aber interessant allemal. Man kann dort diverse Statuen und weitere Monumente bestaunen. Die Genauigkeit mit welchen die Steinhauer vorgegangen sind ist sicher eine Gemeinsamkeit mit den Inkas, welche diese Tugend vermutlich geerbt haben. Der prominenteste Ort von Tiwanaku ist der versunkene Hof, welcher wie der Name schon sagt den Boden unterhalb des eigentlichen Erdniveaus hat. Umgeben ist der Hof von Mauern, welcher mit in Stein gehauenen Köpfen verziert ist. Jeder einzelne Kopf hat auch eine andere Mimik.













Zurück in La Paz bestiegen wir am selben Abend einen Nachtbus, welcher uns in einer langen und kurvenreichen Fahrt durch die bolivianischen Anden in die offizielle Hauptstadt von Bolivien gebracht hat: Sucre. Viel schlafen konnten wir nicht wirklich, zudem war es sehr heiss im Bus. Die Heizung hatte scheinbar einen Defekt, so dass sich der Bus in eine Sauna verwandelt hatte.
Nichtsdestotrotz machten wir uns daran, Sucre zu erkunden. Sucre ist ganz anders als die hektische Stadt La Paz, viel kleiner, übersichtlicher, und auch aufgeräumter als La Paz. So sind wir ein wenig durch die Stadt gebummelt und haben auch den Markt besucht. Märkte sind immer wieder ein guter Ort um ein gutes Gefühl für einen Ort zu erlangen, so auch hier in Sucre.











Am Nachmittag sind wir dann zu einem Ort gefahren, dessen Thema nicht automatisch mit Bolivien in Verbindung gebracht wird: Dinosaurier. Ein paar Kilometer ausserhalb von Sucre gibt es eine Kiesgrube, wo kürzlich mehrere tausend Fussabdrücke von Dinosaurier entdeckt wurden. Die Spuren sind interessanterweise entlang einer riesigen Felswand, was fast vermuten lässt, dass die Dinosaurier damals einfach so eine fast vertikale Wand hoch spazieren konnten. Dem ist natürlich nicht so. Die Millionen Jahre alten Fussabdrücke sind entstanden bevor sich die Anden aufgefaltet hatten und war damals ein subtropisches Gebiet wo sich viele Dinosaurier zuhause gefühlt haben. Durch das Auffalten der Anden wurde diese Fläche nun fast vertikal und wurde dann zufällig beim Abbau von Stein und Kies in dieser Grube entdeckt. Jetzt ist der Ort eine lustige Mischung zwischen industrieller Kiesgrube, Ausgrabungsstätte und Dinosaurier Themenpark.






Den zweiten Tag in Sucre nutzten wir dann für einen Wanderausflug, wir haben den Chataquila Trek unter die Füsse genommen. Es handelt sich dabei um eine alte Prä-Inka Handelsroute, welche wir nun selbst durchwandern durften. Der Trek ist recht einfach und praktisch alles abwärts, insofern konnten wir diese Wanderung recht kräfteschonend zurücklegen. Die Umgebung ist nur sehr dünn besiedelt, dafür ist die Aussicht auf die umliegenden Anden umso eindrücklicher. Von weitem waren auch schon die runden Felsformationen um den Maragua Krater zu sehen, welcher wir dann, nachdem wir alle 10 Bolivianos (ca. CHF 1.30) für die Benutzung des Wanderwegs bezahlt hatten, als nächstes besuchten. Dieser „Krater“ ist scheinbar nicht wirklich meteorischer oder vulkanischer Natur, sondern ein ziemlich rares geologisches Phänomen, welches diese Runden Strukturen sowohl des „Kraters“ wie auch der runden Formationen im Fels schafft. Im Krater drin gibt es ein kleines malerisches Dorf, welches wir kurz besucht haben. Wirklich ein ganz spezieller Ort. Selbst die Fahrt zurück nach Sucre war wieder ein Erlebnis, die Strassen waren oft nicht wirklich gut ausgebaut, und mitten in den Anden ist das Gelände auch alles Andere als flach.









Zu jeder Reise in Bolivien gehört auch ein Besuch in der Minenstadt Potosí, von welchem ich im nächsten Teil in diesem Blog berichten werde.
Schreibe einen Kommentar