Meine generelle Richtung nach dem Besuch in Japan zeigt nach Süden, in Richtung Australien. Ich habe mich entschieden auf dem Weg dorthin noch einen Zwischenstopp einzulegen, und zwar in Bali. Zugegeben, nicht zuletzt weil ich über eine vergünstigte Tour gestolpert bin. Somit habe ich mich in ein Flugzeug von Air Asia gesetzt und bin von Tokyo nach Denpasar geflogen, nicht so sicher was mich da erwarten würde.
In Denpasar angekommen war die Konfusion zuerst mal gross, es war nicht so recht klar ob ich ein on Arrival Visum brauche oder nicht. Ich habe mehrere Leute gefragt, welche mich auf ein Formular verwiesen haben das aber nicht mehr verfügbar war. Schlussendlich habe ich dann erfahren, dass ich kein solches Visum brauche und habe mich in die Schlange gestellt für die Immigration. Eine lange Schlange. Ich hatte Zeit, mal erste Eindrücke zu sammeln. Sofort aufgefallen ist mir, dass die Grenzbeamten und generell das Personal am Flughafen locker drauf ist, und standardmässig lachen und freundlich sind. Nicht sehr häufig bei Grenzbeamten. Nach etwa eineinhalb Stunden in der Schlange war ich dann an der Reihe, und wurde mit einem Visa Exempt Stempel eingelassen.
Meine erste Station in Bali war Ubud, im Zentrum der Insel. Dort beginnt dann auch meine Tour durch Bali. Ich habe mir für die ersten paar Nächte in Ubud eine AirBnB Unterkunft gebucht, und die Vermieterin hat mir angeboten, auch gleich noch ein Fahrer für die Fahrt vom Flughafen nach Ubud zu organisieren. Der arme Kerl musste die eineinhalb Stunden ebenfalls warten, aber schlussendlich haben wir uns doch noch gefunden. Die etwa 2 stündige Fahrt (es war Stosszeit als ich angekommen bin) hat mir klar gemacht, dass ich von Japan in eine ganz andere Welt gekommen bin. Viel farbiger, lauter, unorganisierter, lebensfroher, aber auch ärmer, und noch viele andere Adjektive sind mir in durch den Kopf gegangen. Als wir in Ubud angekommen sind war es bereits stockdunkel. Zum Glück wusste der Fahrer wo er mich abladen musste, ich hätte es selbst nicht gefunden. Die Vermieterin selbst war nicht dort, aber die Nachbarn haben mich in Empfang genommen und mir das kleine Apartment gezeigt. Bett, Bad, eine kleine Küche, Schreibtisch, Fernseher, und das wichtigste – WiFi mit Internetzugang. War alles da. Zugegeben, bei der Sauberkeit gäbe es noch Potential nach oben, aber für den Preis konnte echt nichts sagen. Die Unterkunft war abseits von wo die Touristen normalerweise Hausen, in einem ruhigen Quartier, was das Erlebnis zusätzlich speziell gemacht hat.




Nach einer erholsamen ersten Nacht habe ich mich mal auf den Weg ins Zentrum von Ubud gemacht, etwa 15 Minuten zu Fuss. Ich musste allerdings feststellen, dass Ubud gar nicht für Fussgänger gemacht ist. Fussgängerstreifen sind inexistent, und die Trottoirs werden für alles mögliche gebraucht: Verkaufsfläche, Parkplatz, Altar, Aufenthaltsraum, Spielplatz. Und dann muss man noch aufpassen, dass man nicht in ein Loch im Trottoir fällt. Kontrast total zu Japan wo alles sehr aufgeräumt und organisiert ist.



So bin ich ein wenig durch Ubud geschlendert, und habe in mitten von den Touristen das Dorf versucht zu erkunden. Der Monkey Forest wurde wärmstens empfohlen, so bin ich da mal hingegangen. Die frechen Affen zu bestaunen war sicher interessant, aber gerade vom Hocker gehauen hat es mich nicht. Die Tempel sind sehr prächtig, und die Architektur finde ich äusserst schön, sie sind aber überschwemmt mit Touristen.








Ich habe mich dann entschieden, eine kleine Velotour, etwa einen halben Tag, zu buchen. Nichts anstrengendes, wir wurden mit dem Auto auf einen Hügel im Umland von Ubud gefahren, und sind dann quasi zurück gefahren. Ein Besuch in einer Kaffee Plantage und bei einem ehemaligen Priester welcher uns den balinesischen Kalender erklärt hat war sehr interessant. Zurück nach Ubud ging es dann durch die für Bali typischen Reisfelder.










Schon am ersten Tag habe ich bemerkt, dass ich von der kulinarischen Seite gesehen an einem sehr interessanten Ort bin. Am Strassenrand gibt es unzählige „Warungs“, kleine Restaurants welche super leckere Gerichte anbieten. Am ersten Abend bin ich auf Geheiss von Tripadvisor in ein solches Lokal essen gegangen. Die Spezialität dort war Schweine Rippen welche extrem lecker waren. Und auch die Bedienung war super freundlich, wie fast überall wie ich auch später immer wieder feststellen durfte.


Vor allem das Essen hat mich ein wenig in den Bann gezogen, und auch weil immer wieder empfohlen wird, einen Kochkurs zu nehmen, habe ich mich entschieden einen solchen zu buchen. Das war wirklich ein cooles Erlebnis, und hilft auch ein wenig die Indonesische Küche zu verstehen. Es war sicher nicht wie sonst in der Küche, alles war bereitgestellt und wir mussten nur den Instruktionen folgen. Aber interessant war es dennoch, und das anschliessende Essen war extrem lecker. Sehr angetan war ich von einem Gericht namens Gado-Gado, ein Salat an einer Erdnuss Sauce.







Im Mörser wird der Mix zu einer Paste





Etwas anderes hat mich auch sehr positiv überrascht in Bali: In China hatte ich während einem Flug das Notebook schlecht gepackt, und seit daher war das Display ein wenig beschädigt. Ein Wackelkontakt dachte ich, mit ein wenig biegen und ein paar leichten Schlägen konnte man das Display für einige Zeit wieder zum Leben erwecken. Es wurde aber immer schlimmer, bis ich beschloss mal einen Reparaturversuch zu machen. Wie so oft endete dieser Versuch mit dem Umstand, dass das Display nun ganz kaputt war. Das Notebook war aber noch brauchbar, zusammen mit dem Fernseher welcher ich in meinem Appartement hatte, das war aber nicht wirklich befriedigend. Ohne grosse Hoffnungen habe ich mich mal auf die Suche nach einem Computerladen gemacht, und auch einen gefunden. Sie haben sich das angeschaut, und gesagt dass sie zwar kein solches Display an Lager haben, aber versuchen eines zu organisieren. Das haben sie dann auch gemacht, und bereits am nächsten Tag konnte ich am Abend das Gerät wieder abholen – mit einem neuen Display! Und das alles für umgerechnet etwa 100 Schweizer Franken. In der Schweiz hätte ich das Gerät einschicken und dann etwa 2 Wochen warten müssen, und der Preis wäre sicher deutlich höher gewesen. Wirklich genial!
Nach ein paar Tagen in Ubud habe ich mich dann einer Gruppe angeschlossen. So haben wir dann nochmal eine kurze Velotour und eine kleine Wanderung mit einer Reiseführerin gemacht, zum Glück an andere Orte. Dies gab mir auch noch ein wenig mehr Hintergrundinformationen zu den Dingen, die ich bereits gesehen habe. Weiter hat der Tourguide einen Besuch bei einem traditionell balinesischen Tanz organisiert. Echt spannend!







Balinesischer Tanz
Ich habe dann insgesamt eine knappe Woche in Ubud verbracht, aber konnte den Ort selbst nicht wirklich ins Herz schliessen. Zu viele Touristen, und der Umstand dass man als Fussgänger nur sehr umständlich von A nach B kommt hinterliessen einen zwiespältigen Eindruck. Ubud ist sicher nicht ein Ort wo ich so schnell zurückkehren werde, war aber ein interessanter Start in das Abenteuer Bali.
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